Ani 1 klein
Die_Rugengeier_Coco_und_Grisu

Sie möchten einen Papagei? Natürlich soll er gleich zahm sein, damit er gut in die Familie passt.
Leider fängt genau da das (oftmals spätere) Problem an.....
Eine kurze Erklärung:
Bekannter Weise gibt es ja verschiedene Möglichkeiten, einen Vogel groß zu bekommen.. Die Unterschiede fangen bereits mit der Eiablage an:

Kunstbrut: Die Eier werden der Henne entzogen und in einer Brutmaschine ausgebrütet. Meist wird es auch deshalb gemacht, damit mehr Eier von der Henne gelegt werden. Solch ausgebrütete Eier werden dann per Handaufzucht aufgezogen.

Handaufzucht (HZ oder HA): Die bereits geschlüpften Küken werden mit Kropfsonde, Spritze oder Löffel gefüttert.
Der Zeitpunkt dafür ist entweder direkt ab dem Schlupf oder aber die Jungtiere werden später, je nach Vogelart einige Wochen alte Tiere, aus dem Nest/Höhle genommen und mit der Hand weiter gefüttert.
Je früher die Tiere den Eltern entzogen werden, desto weniger können die Babys von den Eltern lernen und umso mehr lernen sie falsche Verhaltensweisen vom Menschen- sie werden fehlgeprägt.

Naturbrut (Elternaufzucht, NB): Als Naturbrut werden die Vögel bezeichnet, die von den Eltern aufgezogen werden - obwohl diese Bezeichnung nicht ganz korrekt ist. Denn die Aufzucht hat mit der Brut ja nichts zu tun - alle Vögel, die von den Eltern ausgebrütet wurden, sind praktisch eine Naturbrut.
Wichtig ist es daher, genau nachzufragen, ob die Vogeleltern die Küken auch großgezogen haben, bis diese vollkommen selbstständig sind.

Begleitete Naturbrut: Ähnlich wie die Elternaufzucht, nur werden ältere Tiere regelmäßig (täglich) aus dem Nest/Höhle genommen und mit der Hand zugefüttert. Danach werden sie wieder zurück ins Nest gesetzt. Somit verlieren sie ihre Scheu vor dem Menschen und werden trotzdem völlig natürlich und ohne Fehlprägung von den Vogeleltern aufgezogen.

Wildfang oder Naturentnahme (WF): Die Vogelbabys werden in den Ursprungsländern aus den Nestern/Höhlen gesammelt und oftmals in sehr großen Gruppen weiter aufgezogen.
Allein der Transport in viel zu kleinen und überfüllten Käfigen in die Bestimmungsländer kostet sehr vielen Tieren das Leben. Das Erlebte führt bei den anderen Tieren oftmals zu körperlichen und psychischen Schäden.

Daher: Auch wenn sie noch so preiswert angeboten werden - Hände weg von Wildfängen!
Schließlich führen WF auch zur Dezimierung und Ausrottung des Bestandes in den Ursprungsländern.

Importvogel: Ein Importvogel ist ein Vogel, welcher aus einem anderen Land eingeführt wurde. Dies kann ein Wildfang, als auch eine Nachzucht sein.

Nachzucht (NZ): Nachzucht steht für in Menschenobhut gezogener Vogel (HA/NB)

DNZ: Diese Vögel wurden in Deutschland gezogen (HA/NB)


In vielen Anzeigen findet man die Zahlenkombinationen 1.0, 2.1 oder auch 1.2.4 - dies sind die Geschlechtsbezeichnungen der angebotenen Vögel:                                                                      1.0 = ein Hahn, 0.1 = eine Henne, 0.0.1 = ein Vogel unbekannten Geschlechts - 1.2.4 sind also ein Hahn, zwei Hennen und 4 Vögel ohne Geschlechtsbestimmung.

 

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