|
Auch wenn die Krallen von Coco sehr ungewöhnlich rund aussehen - sie sind original und bis auf die eine Kralle hier in den Bildern sind sie alle unbehandelt! Auch diese eine Kralle hätte ich noch nicht gekürzt, wenn ich nicht diese Bilder hätte machen wollen. Bei Vögeln, die eher selten auf Tischen oder Fußböden herumlaufen, machen solche unwesentlich längeren Krallen nichts aus, wenn genügend Naturäste unterschiedlicher Durchmesser vorhanden sind. Meist werden sie von selber wieder kürzer.
Einige Papageien (z.B. Grisu) bearbeiten ihre Krallen auch selber indem sie an den Krallen knabbern und so die Spitzen kappen (oder nach dem bearbeiten wieder schärfen) - also nicht vorschnell eingreifen.
Hat man sich davon überzeugt, dass die Krallen gekürzt werden müssen, so muss man entscheiden, ob man dies selber macht oder einem vogelkundigen Tierarzt überlässt. Generell ist es nicht verkehrt, sich die richtige Vorgehensweise erstmal zeigen zu lassen, bevor man selber Hand anlegt. Allerdings sind die TÄ eher auf schnelle Hilfe aus und benutzen Krallenscheren. Daher passiert es auch ihnen öfters, dass die Krallen nach dem schneiden (stark) bluten. Sie haben aber auch alle Möglichkeiten, diese Blutungen schnell und effektiv zu stoppen und sind auch darauf vorbereitet. Die Blutung stoppen sie häufig mit einem einfachen Lötkolben. Damit wird das Krallenende verödet und die Blutung stoppt sofort. Ebenfalls möglich ist es, die Kralle in ein Stück Kernseife zu drücken, damit die Blutung stoppt. Für Laien wird dies sicherlich einfacher zu handhaben sein, als einen Lötkolben einzusetzen.
Bei einigen, meist kleineren, Vogelarten sieht man die Blutgefäße in den Krallen, wenn man sie vor eine starke Lichtquelle hält. So kann man kontrollieren, wieviel man von der Krallenspitze wegnehmen kann, ohne dass es anfängt zu bluten.
Möchte man möglichst alle Verletzungsrisiken ausschließen, so verwendet man am einfachsten eine handelsübliche Nagelfeile, was auch der natürlichen Abnutzung näher kommt und daher zu bevorzugen ist.
Unerlässlich für gesunde Füße sind Naturäste mit unterschiedlichen Durchmessern, aber auch sogenannte Pedekürestangen können zusätzlich angebracht werden. Allerdings muss dort auf eine sehr gute Qualität geachtet werden, da besonders Billigteile die Fußsohle der Vögel übermäßig reizen können, so dass sie dort wund werden.
Generell abzulehnen sind im Handel erhältliche Sandpapierüberzüge für Sitzstangen. Diese schmirgeln den Fuß auf und können zu schlimmen Verletzungen führen.
|